Projekt

 

Bibliotheken als Orte des Lesens gehören zu den bedrohten Arten. Wie sie in der Vergangenheit als Räume des Wissens gewirkt haben, ist nur unter erheblichem Aufwand zu rekonstruieren. Einer der größten Teilbestände der Sondersammlungen der UB Klagenfurt ist der des Benediktinerstifts Millstatt. Das Stift, das im Mittelalter wohl die bedeutendste Kulturstätte Oberkärntens gewesen ist, hat einst ca. 300 Handschriften besessen. Der wechselvollen Geschichte des Klosters folgend sind heute nur knapp 100 Handschriften in Klagenfurt und Graz erhalten. Der übrige Bestand seiner Bibliothek ist gegenwärtig über weite Teile Europas verstreut und immer wieder tauchen weitere, verlorengeglaubte Bücher der Millstätter Benediktiner an entfernten Orten auf.

Unter der Leitung von Sabine Seelbach, Professorin am Institut für Germanistik der Uni Klagenfurt, wurde nun ein Projekt ins Leben gerufen, das darauf zielt, die bislang bekannten Buchbestände der Millstätter Benediktiner nach modernen Prinzipien zu beschreiben, sie virtuell in einer öffentlich zugänglichen Datenbank wieder zusammenzuführen und somit erstmals geschlossen sichtbar zu machen. Dies wäre die Grundlage für eine eingehende Erforschung der frühen Wissenschaftsgeschichte Millstatts.

 

Weitere Informationen:

https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/sondersammlungen/kostbarkeiten-aus-der-bibliothek/handschriften_millstatt/
Eine gekürzte Fassung der Vorträge wurde im Bildband „Kostbarkeiten aus der Bibliothek | Treasures of the Library“ (herausgegeben von der Alpen-Adria-Universität, Klagenfurt 2017) veröffentlicht.

 

Text: Sabine Seelbach